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Mit flexibler Austaktung die Montage-Effizienz nachhaltig verbessern

Mit flexibler Austaktung die Montage-Effizienz nachhaltig verbessern

VORGEHEN ZUR BEHERRSCHUNG DER VARIANTENVIELFALT IN DER MONTAGE Alexander Ankele, TMG CONSULTANTS

Der Montage kommt im Wertschöpfungsprozess von Produktionsunternehmen als letztem Teilschritt der Produktentstehung eine Schlüsselrolle zu. Häufige – oft kurzfristig vorgenommene – Änderungen im Produktportfolio, permanent steigende Variantenzahlen sowie zum Teil stark schwankende Stückzahlen führen allerdings dazu, dass die Montage ihre so wichtige Rolle als „Tor zum Kunden“ in vielen Fällen nicht mit der gebotenen Qualität und Wirtschaftlichkeit auszufüllen vermag. Besonders groß sind die Potenziale für Kostensenkungen und Effizienzverbesserungen bei variantenreichen Montagelinien mit sehr hohen Personalkostenanteilen. Mit Hilfe der nachfolgend skizzierten Methode lässt sich die Montage-Effizienz in der Variantenfließfertigung erkennbar verbessern – kurzfristig und ohne größere finanzielle Investments dafür vornehmen zu müssen.

Die wirtschaftliche Entwicklung ist in vielen Bereichen noch immer durch Unsicherheiten und ein ständiges „Auf und Ab“ geprägt. Unmittelbare Folge dieser Dynamik sind zum Teil massive Schwankungen auf den Absatzmärkten. Gleichzeitig werden die Kundenbedürfnisse immer individueller. Der Kostendruck steigt bei fortschreitender Globalisierung weiter an. Um sich in einem solchen Umfeld erfolgreich zu behaupten, sind produzierende Unternehmen mehr als jemals zuvor gezwungen, Agilität und Flexibilität in der Produktion zu gewährleisten. Schlank, flexibel und leistungsfähig soll sie sein, die Produktion. Und das bedeutet in vielen Fällen, das Produktportfolio auszuweiten und die Produkte in immer mehr Varianten mit tendenziell geringeren Stückzahlen herzustellen. Betroffen ist von dieser Entwicklung auch die Montage.

Bei ihren Bemühungen um eine schnelle und flexible Anpassung an das dynamisch sich verändernde Produktionsumfeld stehen der Montage prinzipiell zwei Handlungsfelder zur Verfügung: Kurzfristig lassen sich Über- oder Unterauslastungen bei stark variierenden Montage-Umfängen durch einen angepassten Mitarbeitereinsatz oder eine Änderung der eingesteuerten Variantenreihenfolge ausgleichen. Nach aller Erfahrung reichen diese Maßnahmen allerdings nicht aus, sofern auch weiterhin wirtschaftlich und kundenorientiert montiert werden soll. Dazu ist es zusätzlich erforderlich, die Linien-Austaktung zu flexibilisieren – und genau daran scheitern viele Montage-Organisationen. Geforscht wird auf diesem Feld viel. In der Praxis fehlt es allerdings noch weitgehend an geeigneten und bewährten Methoden, die die Vielzahl an Produktvarianten zu berücksichtigen wissen und dennoch mit geringem Zeit-, Organisations- und Kostenaufwand durchführbar sind. Viele Unternehmen mit ausgesprochen variantenreichen Montagelinien kapitulieren daher vor dieser Herausforderung und nehmen lieber die auftretenden Verlustzeiten oder Überlastungen in den einzelnen Montagestationen hin.

VORGEHEN ZUR OPTIMIERUNG VARIANTENREICHER MONTAGELINIEN

In TMG-Projekten nutzen wir für Aufgaben dieser Art einen Methodenbaukasten, der speziell entwickelt wurde, um variantenreiche Montagelinien optimal auszutakten und eine effektive variantenbehaftete Arbeitsaufteilung vorzunehmen.

Das Vorgehen startet mit einer Zusammenstellung und gründlichen Analyse wichtiger Basisdaten. Was dazu gehört, zeigt im Überblick Abbildung 1.